Blaubrand Speicher

Speicher im Bild · Biografische Recherche

Johannes Thiel
1889–1962

Eine weiterführende Recherche aus Speicher im Bild über den in Speicher geborenen Maler, Grafiker, Illustrator und Radierer.

Person und Werk

Vom Eifeler Geburtsort zur Kunst in Freiburg und Kirchzarten

Johannes Thiel wurde am 11. September 1889 in Speicher geboren. Er arbeitete als Maler, Grafiker, Illustrator und Radierer und erhielt 1960 den Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg.

Er studierte an den Kunstakademien in München und Stuttgart. Nach einer schweren Verwundung im Ersten Weltkrieg arbeitete er in Freiburg im Breisgau als Radierer, Maler und Buchillustrator. Seit den 1930er Jahren lebte er in Kirchzarten im Schwarzwald.

Besondere Bekanntheit erlangte Thiel mit Radierungen und Buchillustrationen, unter anderem zu Molière, Shakespeare und Cervantes. Zugleich schuf er Kinderbuchillustrationen für die Verlage Herder und Kösel. In seinen freien Arbeiten widmete er sich vor allem Aquarellen; später standen Porträts und Gesichter im Zentrum seines Schaffens.

Lebensweg

  1. 1889Geburt am 11. September in Speicher.
  2. AusbildungStudium an den Kunstakademien in München und Stuttgart.
  3. nach 1918Nach schwerer Verwundung im Ersten Weltkrieg Arbeit in Freiburg als Radierer, Maler und Buchillustrator.
  4. seit den 1930ernLebens- und Arbeitsmittelpunkt Kirchzarten; freie Arbeiten besonders in Aquarell.
  5. 1938–1945Vertretung auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen 1938 bis 1942; im Zweiten Weltkrieg Tätigkeit als Kriegsmaler.
  6. 1960Auszeichnung mit dem Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg.
  7. 1962Tod am 31. Juli in Freiburg im Breisgau.

Erinnerung in Speicher

Das Museum Speicher bewahrt eine große Sammlung von Kaltnadelradierungen und Aquarellen Johannes Thiels. Die Museumsbroschüre nennt ihn ausdrücklich als Speicherer Maler und vermerkt die Auszeichnung von 1960.

Auch seine zweite Heimat Kirchzarten erinnert an ihn: Dort trägt eine Straße seinen Namen. Eine Ausstellung unter dem Titel Gesichter – Spuren des Lebens zeigte 2018 rund 70 seiner Porträts in Karlsruhe; sie würdigte zugleich seine Aquarelle von Landschaften, Blumen, Orten und Menschen.

Zum historischen Kontext: Thiels Tätigkeit als Kriegsmaler und seine Beteiligung an den Großen Deutschen Kunstausstellungen gehören zu seiner Biografie. Die Angabe wird hier sachlich ausgewiesen und im Quellenverzeichnis weiter dokumentiert.

Bildquellen

Johannes Thiel vor der Staffelei

Johannes Thiel mit Pfeife vor einer Staffelei
Johannes Thiel vor der Staffelei.
Bildquelle: Speicher im Bild ↗
Johannes Thiel vor einer Staffelei in Kirchzarten, 1960
Johannes Thiel in Kirchzarten, 1960, als Hans-Thoma-Preisträger. Fotografie: Staatsarchiv Freiburg.
Bild- und Lizenzangaben bei Wikimedia Commons ↗

Ausgewählte Arbeiten

Radierung, Buch und Aquarell

  • L’Avare von Molière, München 1923: Ausgabe mit 20 Radierungen von Johannes Thiel.
  • Karlemann und Flederwisch, Freiburg: Herder, 1926 – eine Geschichte von Wilhelm Matthießen mit Bildern von Johannes Thiel; nach bibliografischen Nachweisen mit 15 Farbtafeln.
  • Die tanzende Uhr, München 1928 – ein weiteres Kinderbuch, das mit Thiel verbunden ist.
  • Freie Arbeiten: vor allem Aquarelle; im Museum Speicher befinden sich Kaltnadelradierungen und Aquarelle des Künstlers.

Ein vielseitiger Bildkünstler

Thiels Werk reicht von den feinlinigen Radierungen und bibliophilen Buchausgaben über farbige Kinderbuchillustrationen bis zu Aquarellen und Porträts. Diese Bandbreite macht ihn sowohl als Grafiker als auch als Maler greifbar.

Die Auszeichnung mit dem Hans-Thoma-Preis würdigte 1960 sein Gesamtwerk. Die offizielle Preisträgerliste des Landes Baden-Württemberg führt ihn für dieses Jahr mit Kirchzarten als Ortsangabe.

Quellen und weiterführende Links

  1. Deutsche Digitale Bibliothek: Johannes Thiel – Normdaten, Berufe sowie Geburts- und Sterbedaten.
  2. Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: Hans-Thoma-Preis – offizielle Preisträgerliste; 1960: Johannes Thiel, Kirchzarten.
  3. Museum Speicher: Broschüre – Nachweis der Sammlung von Kaltnadelradierungen und Aquarellen Johannes Thiels.
  4. Gemeinde Kirchzarten, Mitteilungsblatt 2018 – Ausstellung „Gesichter – Spuren des Lebens“ und Würdigung des Aquarell- und Porträtwerks.
  5. Johannes Thiel (Maler), Wikipedia – zusammenfassender biografischer Überblick, Werkverzeichnis und Hinweise zur Zeit von 1938 bis 1945.
  6. Wikimedia Commons / Staatsarchiv Freiburg: Johannes Thiel vor der Staffelei – Bild- und Lizenzangaben.