Person und Werk
Ein Eifeler in der Berliner Presselandschaft
Simon Salomon wurde am 21. März 1873 in Speicher bei Trier geboren. Unter dem Pseudonym Siegbert Salter wurde er als Autor, Journalist und Verleger bekannt.
Nach Schuljahren in Wittlich und Trier schrieb er sich 1893 in Bonn für Chemie ein; weitere Studien führten ihn nach Heidelberg, Berlin, Paris, London und Mailand. Um 1900 ließ er sich in Berlin nieder, gründete dort ein privates Lehrinstitut und arbeitete zunächst als Sprach- und Handelslehrer. Daneben wirkte er als Dichter und Journalist.
Nach dem Ersten Weltkrieg nutzte er den Namen Siegbert Salter und übernahm in Berlin Aufgaben als Herausgeber, Chefredakteur, Autor und Verleger. Als verantwortlicher Redakteur ist er beispielsweise in der 1916 erschienenen Feldzeitung Die Wacht im Osten nachweisbar.
Lebensweg
- 1873Geburt in Speicher; sein Vater stammte aus Dreis, seine Mutter aus Wittlich.
- 1893–um 1900Studien in Bonn sowie in mehreren europäischen Städten; erste literarische Veröffentlichungen.
- um 1900Umzug nach Berlin und Gründung eines privaten Lehrinstituts.
- nach 1918Publizistische Arbeit unter dem Namen Siegbert Salter; Tätigkeit als Herausgeber, Chefredakteur und Verleger.
- 16. Juli 1942Deportation aus Berlin nach Theresienstadt.
- 1943Ermordung in Theresienstadt.
Erinnerung
In Karlsruhe dokumentiert das städtische Gedenkbuch Salomon mit seiner Adresse Zähringerstraße 50 und einem Porträt aus der nationalsozialistischen „Judenkennkarte“ von 1938.
In Trier erinnert ein Stolperstein am ehemaligen Königlichen Kaiser-Wilhelms-Gymnasium, Böhmerstraße 29/30, an ihn. Die Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier verweist zudem auf seine Schulzeit und seinen Bildungsweg.
Auch an seinem Geburtsort Speicher wird an ihn erinnert: Eine Gedenktafel befindet sich am ehemaligen Wohnhaus der Familie Salomon in der Kirchstraße. Die Realschule plus Speicher trug zwischenzeitlich seinen Namen, wurde jedoch später geschlossen.
Das Heimatmuseum Speicher bewahrt reichhaltige Materialien über Simon Salomon und bietet damit einen wichtigen Ort für die weitere Beschäftigung mit seinem Leben und Werk.
Bildquellen
Porträt und Stolperstein
Bildquelle: Gedenkbuch für die Karlsruher Juden ↗
Bildquelle: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier ↗
Ausgewählte Nachweise
Frühe Veröffentlichungen
- Aus trüben Tagen, Gedichtband, im Selbstverlag in Paris erschienen, als Salomon 25 Jahre alt war.
- Im Lande der Quellen. Sage und Dichtung, Trier: Verlag der Fr. Lintz’schen Buchhandlung, 1899 (126 Seiten; bibliografischer Nachweis).
- Anekdoten aus dem Leben berühmter Männer, Band I: Heinrich Heine, unter dem Pseudonym Siegbert Salter, Berlin 1906; digital in der Judaica-Sammlung der Universitätsbibliothek Frankfurt nachgewiesen.
Quellenlage
Die Angaben zu Herkunft, Familie, Beruf und Deportation werden insbesondere durch das Karlsruher Gedenkbuch belegt. Die ausführlichere lokale Darstellung bei Alemannia Judaica ergänzt die Studien- und Berufsstationen; der Trierer Datenbankeintrag dokumentiert den Stolperstein und nennt weitere biografische Details.
Für die Verwendung des Pseudonyms liegen unabhängige Katalog- und Referenznachweise vor. Die Links im folgenden Quellenverzeichnis führen jeweils direkt zu den Fundstellen.
Quellen und weiterführende Links
- Gedenkbuch für die Karlsruher Juden: „Salomon, Simon“ – zentrale biografische Angaben, Porträt und Bildbeschreibung.
- Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier: Stolperstein für Simon Salomon – Biografie, Standort und Fotos des Stolpersteins.
- Alemannia Judaica: Der jüdische Friedhof in Speicher – lokale Familiengeschichte sowie Hinweise auf Werk, Berufslaufbahn und Erinnerungskultur.
- Universitätsbibliothek Heidelberg: Die Wacht im Osten (1916) – zeitgenössischer Nachweis Salters als verantwortlicher Redakteur.
- Universitätsbibliothek Frankfurt, Judaica-Sammlung: Anekdoten aus dem Leben berühmter Männer – digitaler Titelnachweis zu Siegbert Salter.
- Wikidata: Siegbert Salter (Q95007533) – verknüpft GND, Holocaust.cz und die Datenbank der Gedenkstätte Terezín; herangezogen für den Hinweis zur abweichenden Datierung.