Blaubrand Speicher

Speicher im Bild · Biografische Recherche

Simon Salomon
/ Siegbert Salter

Eine weiterführende Recherche aus Speicher im Bild zum Schriftsteller, Journalisten, Chefredakteur und Verleger aus Speicher in der Eifel – 1942 nach Theresienstadt deportiert.

Person und Werk

Ein Eifeler in der Berliner Presselandschaft

Simon Salomon wurde am 21. März 1873 in Speicher bei Trier geboren. Unter dem Pseudonym Siegbert Salter wurde er als Autor, Journalist und Verleger bekannt.

Nach Schuljahren in Wittlich und Trier schrieb er sich 1893 in Bonn für Chemie ein; weitere Studien führten ihn nach Heidelberg, Berlin, Paris, London und Mailand. Um 1900 ließ er sich in Berlin nieder, gründete dort ein privates Lehrinstitut und arbeitete zunächst als Sprach- und Handelslehrer. Daneben wirkte er als Dichter und Journalist.

Nach dem Ersten Weltkrieg nutzte er den Namen Siegbert Salter und übernahm in Berlin Aufgaben als Herausgeber, Chefredakteur, Autor und Verleger. Als verantwortlicher Redakteur ist er beispielsweise in der 1916 erschienenen Feldzeitung Die Wacht im Osten nachweisbar.

Lebensweg

  1. 1873Geburt in Speicher; sein Vater stammte aus Dreis, seine Mutter aus Wittlich.
  2. 1893–um 1900Studien in Bonn sowie in mehreren europäischen Städten; erste literarische Veröffentlichungen.
  3. um 1900Umzug nach Berlin und Gründung eines privaten Lehrinstituts.
  4. nach 1918Publizistische Arbeit unter dem Namen Siegbert Salter; Tätigkeit als Herausgeber, Chefredakteur und Verleger.
  5. 16. Juli 1942Deportation aus Berlin nach Theresienstadt.
  6. 1943Ermordung in Theresienstadt.

Erinnerung

In Karlsruhe dokumentiert das städtische Gedenkbuch Salomon mit seiner Adresse Zähringerstraße 50 und einem Porträt aus der nationalsozialistischen „Judenkennkarte“ von 1938.

In Trier erinnert ein Stolperstein am ehemaligen Königlichen Kaiser-Wilhelms-Gymnasium, Böhmerstraße 29/30, an ihn. Die Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier verweist zudem auf seine Schulzeit und seinen Bildungsweg.

Auch an seinem Geburtsort Speicher wird an ihn erinnert: Eine Gedenktafel befindet sich am ehemaligen Wohnhaus der Familie Salomon in der Kirchstraße. Die Realschule plus Speicher trug zwischenzeitlich seinen Namen, wurde jedoch später geschlossen.

Das Heimatmuseum Speicher bewahrt reichhaltige Materialien über Simon Salomon und bietet damit einen wichtigen Ort für die weitere Beschäftigung mit seinem Leben und Werk.

Hinweis zum Todesdatum: Das Karlsruher Gedenkbuch und der Trierer Stolperstein nennen den 27. März 1943. Die in Wikidata referenzierte Datenbank der Gedenkstätte Terezín führt hingegen den 24. März als Todesdatum und den 27. März als Datum der Einäscherung. Deshalb wird hier bewusst nur das Jahr 1943 als unstrittige Angabe hervorgehoben.

Bildquellen

Porträt und Stolperstein

Porträt von Simon Salomon aus einer nationalsozialistischen Judenkennkarte, 1938
Simon Salomon, 1938: Porträt in einer nationalsozialistischen „Judenkennkarte“.
Bildquelle: Gedenkbuch für die Karlsruher Juden ↗
Stolperstein für Simon Salomon in Trier
Stolperstein für Simon Salomon in Trier, Böhmerstraße 29/30. Foto: © Michael Grün, Trier, 2020.
Bildquelle: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier ↗

Ausgewählte Nachweise

Frühe Veröffentlichungen

Quellenlage

Die Angaben zu Herkunft, Familie, Beruf und Deportation werden insbesondere durch das Karlsruher Gedenkbuch belegt. Die ausführlichere lokale Darstellung bei Alemannia Judaica ergänzt die Studien- und Berufsstationen; der Trierer Datenbankeintrag dokumentiert den Stolperstein und nennt weitere biografische Details.

Für die Verwendung des Pseudonyms liegen unabhängige Katalog- und Referenznachweise vor. Die Links im folgenden Quellenverzeichnis führen jeweils direkt zu den Fundstellen.

Quellen und weiterführende Links

  1. Gedenkbuch für die Karlsruher Juden: „Salomon, Simon“ – zentrale biografische Angaben, Porträt und Bildbeschreibung.
  2. Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier: Stolperstein für Simon Salomon – Biografie, Standort und Fotos des Stolpersteins.
  3. Alemannia Judaica: Der jüdische Friedhof in Speicher – lokale Familiengeschichte sowie Hinweise auf Werk, Berufslaufbahn und Erinnerungskultur.
  4. Universitätsbibliothek Heidelberg: Die Wacht im Osten (1916) – zeitgenössischer Nachweis Salters als verantwortlicher Redakteur.
  5. Universitätsbibliothek Frankfurt, Judaica-Sammlung: Anekdoten aus dem Leben berühmter Männer – digitaler Titelnachweis zu Siegbert Salter.
  6. Wikidata: Siegbert Salter (Q95007533) – verknüpft GND, Holocaust.cz und die Datenbank der Gedenkstätte Terezín; herangezogen für den Hinweis zur abweichenden Datierung.