Frontkämpferbund mit Musikkapelle Frontkämpfer Der "Verein ehemaliger Frontkämpfer" bestand von 1929 bis 1936. Auch er wurde - wie der Kriegerverein - im "Dritten Reich" durch Regierungsbeschluss aufgelöst.
Der Verein besaß eine eigene, stattliche Musikkapelle, die zunächst von Matthias Maus und dann von Nikolaus Wintrich geleitet wurde.
Die Musik des Frontkämpferbundes in der Kapellenstraße (im Hintergrund St. Vinzenzhaus)
Erste Reihe von links: Nikolaus Wintrich, Julius Wintrich, Jakob Streit, Matthias Lauterborn
daninter: Nikolaus Mühlen, Nikolaus Grün und Matthias Schmickerath
1933/34
Links: Nikolaus Wintrich (mit Posaune), von rechts: Anton Wintrich, Valentin Conrad, Johann Heinz
Mitte der 20er Jahre gründeten musikbegeisterte Bürger das Philharmonische Orchester "Mozart". Ihm gehörten u.a. Peter Drockenmüller, Matthias Maus, Christoph Olk (Klavier) und Johann Wintrich an. Die Gruppe, die im "Römerkrug" zusammentraf, brachte klassische Werke zur Aufführung, die zahlreiche Zuhörer begeisterten. Der 2. Weltkrieg setzte dem Orchester ein Ende.
Instrumentalmusik wurde zwischen den Weltkriegen in Speicher außerdem beim Kriegerverein, beim Frontkämpferbund und vom Männergesangverein betrieben. Dazu nachfolgend näheres bei diesen Vereinen. Musikkapellen Einen Musikverein in heutigem Sinn gab es vor dem 2. Weltkrieg in Speicher nicht.
Als Vorgänger und Wegbereiter der Vereinsmusik hatten sich schon vor der Jahrhundertwende kleinere Kapellen gebildet, die zum Tanz aufspielten und auch sonst das musikalische Geschehen des Ortes prägten, etwa durch die Teilnahme an Prozessionen und Vereinsveranstaltungen.
Diese Kapellen rekrutierten sich vornehmlich aus Familien, in denen sich musikalisches Können und Begeisterung über Generationen vererbten. Zu nennen wären hier die Namen Wintrich, Wingenter, Maus und Neises.
Die älteste bekannte Kapelle wurde im vorigen Jahrhundert von Cornelius Wintrich (auch "Spiel-Nieles" genannt) gegründet. Zeitweise - auch nach dem 1. Weltkrieg - vereinigten sich die auf Familienbasis entstandenen Gruppen, um so einen kräftigeren Klangkörper zu bilden. Musikkapelle
1946 im Gasthaus Amuser - Mitglieder des MGV "Frohsinn" mit anderen Gästen
Am Tisch v.l.: Willi Müllen, Johann Müller, Matthias Schneider, Hugo Schlaghecken, Willi Wolfers, Jakob Schneider
Stehend v.l.: ?, Johann Platz, Peter Tranpert; (dahinter Christof Heinz), Wilhelm Heinz, Hans Lang, Nikolaus Wintrich, Matthias Berg, Arnod Thiel, Peter Müller (Mielen Pitter), Josef Willems, Peter Müller, Adele Lauterborn, Josef Wintrich Männergesangverein Kurz nach Ende des 1. Weltkrieges entstand das Quartett "Frohsinn". Vorsitzende waren Sidor Hoffmann und anschließend Matthias Schneider bis zum Jahre 1964. Vereinslokal war bis nach dem 2. Weltkrieg das Gasthaus Niederprüm (Eifelder Hof). Als Dirigenten wirkten Christof Olk im Jahre 1919 und Lehrer Willi Nauhauser von 1920 bis 1947. Schon Anfang der 20er Jahre wurde der Verein zum Doppelquartett erweitert. Peter Drockenmüller, der das Dirigentenamt 1947 übernahm, baute das Doppelquartett zu einem vielstimmigen Männergesangverein aus, der das kulturelle Leben Speichers maßgeblich prägte.